"Das ist meine Passion, das ist meine Bestimmung."
Bora Emre Dogan hat es aus dem Ruhrpott über Berlin bis in die Jury von Find the Pro und die Icon League geschafft. Der Trainer ist hierbei nicht mehr nur als Coach gefordert, genießt aber seine neue Aufgabe. Trotzdem sieht er sich in Zukunft auch wieder an der Seitenlinie bei einer Vereinsmannschaft.

Bora, vor knapp 4 1/2 Jahren hat es dich aus Berlin, wo du bei mehreren Vereinen im Jugend- und Herrenbereich tätig warst, nach Duisburg verschlagen. Hier hast du eine neue sportliche Heimat beim ortsansässigen MSV gefunden. Wie ist das damals abgelaufen und was hat dich an dieser Aufgabe gereizt?
Ich habe die Zeit in Berlin extrem genossen. Ich habe dort sehr viel gelernt, mich als Trainer etabliert und von vielen guten Trainern auch lernen dürfen. Unter anderem von Marco Gebhardt. Er als Ex-Profi hat mir extrem viel über den Fußball beigebracht. Ich komme ursprünglich aus dem Ruhrpott und deswegen gab es beruflich die Möglichkeit zurückzukommen, diese Chance habe ich genutzt. Es hat sich dann ergeben, sich über zwei Jahre im Nachwuchsleistungszentrum zu agieren. Auch dort habe ich extrem viel gelernt. Die Aufgabe war eine ganz Besondere. Sehr strukturiert, extrem herausfordernd und es hat meine Persönlichkeit extrem geprägt. Deswegen war das für mich sehr wertvoll, diese Herausforderung anzunehmen.
Etwas mehr als zwei Jahre warst du für die Zebras tätig, was hast du aus dieser Zeit für dich mitnehmen können?
Aus der Zeit habe ich gelernt, meine Arbeit zu strukturieren. Fußballtrainer zu sein bedeutet Planung, Nachhaltigkeit, Disziplin. Da lernst du alles. Meine Mannschaften haben gegen die besten Jugendmannschaften Deutschlands gespielt. Unter anderem Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, FC Schalke 04, VfL Bochum und und und. Außerdem habe ich von den anderen Trainern sehr viel mitgenommen.
Dein Abschied kam spontan und unerwartet. Hat dafür ein neues Kapitel für dich aufschlagen lassen. Du bist Teil von „Find the Pro“. Kannst du in wenigen Sätzen etwas über das Projekt und deine Aufgaben dort schildern?
Ja, das kam alles sehr unerwartet. Mit meiner Teilnahme bei Find the Pro, musste ich das NLZ verlassen. Dem Verein hat es damals medial nicht so gepasst, dass wir in Brasilien gedreht und Kriminelle als Teilnehmer mitgemacht hatten. Ich bin aber auch sehr dankbar dafür, dass ich ein Teil der Familie sein darf. Ich schulde Diyar Acar von Find the Pro extrem viel. Er hat mir die Möglichkeit gegeben auch im Social Media Fuß zu fassen. Jetzt finde ich meine Aufgabe extrem spannend. Ich trainiere jetzt nicht nur 20 Fußballer, sondern gefühlt deutschlandweit. Hier versuche ich Fußballer zu inspirieren, sie zu motivieren und besser zu machen. Mittlerweile ein fester Bestandteil in der Familie, bin oft als Mitglied der Jury unterwegs, organisiere gerne auch Sachen mit und packe an, wo man anpacken muss.
Hast du dir erträumen lassen, dass dieses Projekt so groß wird, ihr durch halb Europa reist und euch regelmäßig bekannte Fußballer besuchen? Welcher Moment ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
Das ist wirklich der Wahnsinn. Natürlich haben wir uns erhofft, dass dieses Projekt groß wird. Dass es aber mittlerweile so groß geworden ist, war auch für uns eine Überraschung. Ich habe weltweit viele Profis, Ex-Profis und Prominente dadurch kennengelernt. Ich bin extrem froh, ein Teil davon zu sein. Die Erinnerungen aus Brasilien werde ich nie vergessen. Straßenspieler aus Favelas, Paulo Sergio, Weltmeister, in der Jury, diese Atmosphäre dort. Das war echt ein Traum.
Jetzt habt ihr in diesem Jahr an der ICON League teilgenommen. Wie waren hier deine Eindrücke und wird es eine zweite Saison mit euch geben?
Ich bin auch da wieder extrem dankbar, dass Diyar mich als Chef-Trainer eingestellt hat für die Mannschaft in der Icon League. Das zeigt auch sein Vertrauen gegenüber meiner Person. Die Icon League ist ein Profigeschäft, dort habe ich auch wieder sehr viele Eindrücke sammeln dürfen. Ich habe dort viele Fußballer kennengelernt und hatte sogar die Ehre gegen Ricardo Quaresma und gegen Toni Kroos zu spielen. Außerdem war Nani, ein Weltstar, Teil unserer Mannschaft. Ihn gecoacht zu haben, das ist so eine extreme Ehre für mich. Ich hoffe, dass es bald wieder losgeht und wir weiterhin ein Teil davon sind. Jeder Spieltag ist ein Erlebnis, eine riesige Herausforderung. Es ist halt ein Profigeschäft.
Kannst du dir aber auch vorstellen, bald wieder eine Vereinsmannschaft, Jugend oder Herren, zu trainieren?
Auch mit diesen Gedanken spiele ich schon. Ich hatte diverse Angebote für NLZ-Mannschaften, um wieder einzusteigen. Ich bin stand heute in ein, zwei Gesprächen verwickelt. Zukünftig, wird es natürlich wieder den Coach Emre an der Seitenlinie bei einer Jugendmannschaft geben. Das ist meine Passion, das ist meine Bestimmung.